Die Grundschulen der Region bieten unterschiedliche digitale Angebote

Von Friedrich Hog

RAUM MUNDERKINGEN – Der harte Lockdown hat natürlich auch Auswirkungen auf die  Grundschulen in der Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen (VG). Bis mindestens  10. Januar bleiben diese geschlossen. Damit haben nun drei Wochen Weihnachtsferien begonnen. Die Schulen begleiten die Kinder jedoch auch während dieser Zeit und auf freiwilliger Basis. Teilweise bereiten sich Lehrer und Schüler so auch aufeinen eventuellen Digitalunterricht ab 11. Januar 2021 vor. Die Entwicklung der Pandemie hat die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten veranlasst, Schulen ab’ 16. Dezember zu schließen. Die Regelungen sind den Schulen am Montag zugegangen. Innerhalb kürzester Zeit haben sie reagieren müssen.Dabei haben sie Konzepte erstellt, die es den Schülern ermöglichen, in den verlängerten  Weihnachtsferien jeglicher Langeweile zu entgehen. Tobias Tress, Leiter der Christoph- von-Schmid-Schule in Oberstadion, sagt: „Wir haben gedacht, es kommt zum Homeschooling. Nun sind ab Mittwoch Ferien“. Dass er sich mit seinem Kollegium zusammen schon länger auf alle Eventualitäten vorbereitet hat, wird deutlich, wenn er berichtet „jede Klasse hat einen Elternbrief bekommen, ergänzt durch einen Wochenplan, dem zu entnehmen ist, was die Kinder machen können, falls es ab dem 11. Januar noch keinen Präsenzunterricht gibt“. Die spannendsten Aspekte liegen auf den digitalen Möglichkeiten, die sich während der Pandemie aufgetan haben. Tobias Tress nennt „padlet“, die weltweit eingesetzte Plattform für digitalen Unterricht. „Das ist super“, schwärmt er und verweist auf das jüngste Mitglied seines Kollegiums, Jasmin Schirmer, die padlet als Klassenlehrerin in der ersten Klasse zu Beginn des Schuljahres eingeführt hat. Er nennt Anwendungsbeispiele wie die Nutzung als digitale Pinnwand. „Über padlet kann man aber auch eine Turnstunde mit Alba Berlin oder Weihnachtslieder genießen“, sagt er, und verspricht „im Ernstfall können wir Arbeitsblätter in Form von PDF-Dateien zum Ausdrucken übermitteln, die die Kinder bearbeiten können.“ Nebenbei erwähnt er, dass seine Lehrkräfte Videos erstellen, in denen sie den Kindern vorlesen. Auch diese Videos „sind über padlet einsehbar. „Sollte nach dem Ende der Ferien kein Präsenzunterricht stattfinden, werden wir über padlet kommunizieren“, verspricht Tress. Darüber hinaus erläutert er den Einsatz der in seinen Klassenräumen  eingerichteten Smartboards. „Letzte Woche zeigte eine unserer Lehrerinnen Symptome, sie wurde aber negativ getestet. In dieser Zeit hat sie von zuhause aus unterrichtet. Auf der digitalen Tafel war sie zu sehen, und konnte ihre Schüler im Klassenzimmer sehen. Ich habe erlebt, wie konzentriert und ruhig die Kinder waren. Dabei nutzen sie auch die Terras, die wir aus dem Digitalpakt erhalten haben, eine Mischung aus Laptop und Tablet.“ Dass man digital nicht alles erledigen kann, darauf weist Tobias Tress hin, „wir wollen keine Tabletklassen, lediglich eine sinnvolle und effektive Mischung aus Präsenz- und Digitalunterricht“. Dass der digitale Unterricht Erfolge zeigt, kann Tress anhand seiner 27 Erstklässler bestätigen, „diese Klasse ist aktuell so weit, wie selten eine erste Klasse. Das hat mit den digitalen Medien zu tun“. Die Erstklässler kennen wesentliche Funktionen der Geräte, „drück doch mal escape“, zitiert er einen Abc-Schützen. Neben padlet wird in seiner Schule die Anton App genutzt, eine Lern- App. „Hier sehen die Lehrkräfte, welche Aufgaben die Kinder erledigen“,sagt Tress und ergänzt: „Auch die aktuellen Corona-Bedingungen und Termine können wir so kommunizieren. Das soll man nicht stundenlang tun, lieber greift man zwischendurch zu einem Brettspiel“, empfiehlt der engagierte Pädagoge. Die Kinder können mit dem Handy, Laptop oderPC in die digitale Welt des Lernens einsteigen. „Am 4. Januar erwarten wir neue Beschlüsse, dann können wir die Zeit ab1l. Januar planen“, verrät Tobias Tress und sagt: „Wir sind dank unseres Schulträgers, insbesondere dank unseres Bürgermeisters Kevin Wiest sehr gut aufgestellt, und geben den Kindern alle Bücher und im Bedarfsfall Terras mit nach Hause.“ Für die Grundschule Rottenacker sagt Schulleiterin Katrin Tress, „am Montag haben wir noch regulären Unterricht erteilt, am Dienstag gibt es Klassehlehrerunterricht, damit die Kinder alle organisatorischen Dinge erfahren. Ab Mittwoch sind drei Wochen Ferien ohne Homeschooling, wir stellen den Kindern aber Materialien zum freiwilligen Wiederholen zur Verfügung. Acht Kinder nehmen die Notbetreuung in Anspruch“. Auf die Frage, ob bereits digitale Plattformen wie Padelt oder die Anton- App genutzt werden, zeigt sich Katrin Tress etwas zurückhaltender: „Wir suchen noch nach einer guten Videokonferenzlösung. Bei Jitsi hatten wir technische Probleme. Den Rückmeldungen der Eltern entnehmen wir, dass ihnen ausgedruckte Arbeitsmaterialien lieber sind als digitales Homeschooling. Falls ab 11. Januar kein Präsenzunterricht stattfindet, geben wir wie beim ersten Locdown Wochenpläne aus. Dazu stellen wir Boxen bereit, über die die Kinder ihre Sachen abholen und abgeben.“ Erklärvideos gibt es allerdings auch in  Rottenacker schon. Katrin Tress sagt, diese würden als Anhang zu Emails verschickt. Ein IT- Beauftragter beantrage derzeit die Lizenz für „Microsoft Teams“, eine App für Teamarbeit. „Man muss nur kreativ sein“, ist auch sie überzeugt, und beschreibt die Stimmung an ihrer Schule als ruhig. „Ich hätte keine Sorge gehabt, länger Unterricht anzubieten. Gut ist aber, dass der Lockdown von oben nun für alle die gleichen Bedingungen schafft.“ An der Sixtus-Bachmann- Grundschule in  Obermarchtal setzt Schulleiterin Margot Frankenhauser auf freiwillige Lernpakete in Papierform. „Mit dem Elternbeirat haben wir mit Moodle und für Videokonferenzen dem vom Kultusministerium empfohlenen dazugehörigen Big Blue Button’ein gutes Konzept für Wechsel- oder Fernunterricht in allen Fächern erstellt. Die Passwörter können wir im Januar per Email an die Eltern verschicken“, sagt Margot Frankenhauser. Sie freut sich auf die baldige Installierung digitaler Tafeln und über das neue Schullogo. „Der Elternbeirat hat uns positiv überrascht mit einem Brief und Buttons, auf denen das Logo zu sehen ist sowie Weihnachtsgebäck, nachdem auf dem Pausenhof keine Weihnachtsfeier möglich war.“ Sie beschreibt die Stimmung der Kinder als gut.

FOTO: nz-o.de